Marja und Armin Kretschmar, Axel Wintermeyer

Neujahrsempfang 20.02.2018 in der Hessischen Staatskanzlei

WIESBADEN: Als Armin Kretschmar und seine Frau 2001 den EOP – Europäischen Opernregie-Preis ins Leben riefen, hätten sie wahrscheinlich nicht gedacht, daß dieses Projekt ein so großer Erfolg werden würde. In diesem Jahr wird der EOP immerhin schon zum zehnten Mal verliehen. Staatsminister Axel Wintermeyer, Schirmherr des EOP, zeigte sich beim Neujahrsempfang der Camerata Nuova in der Hessischen Staatskanzlei

zuversichtlich, daß der Wettbewerb als Nachwuchsschmiede auch in Zukunft einen festen Platz in der Opernwelt haben werde.

Staatsminister Axel Wintermeyer

Der EOP als Nachwuchsschmiede

Vom Niveau des Wettbewerbs konnte er sich im vergangenen Jahr selbst überzeugen: bei seinem Besuch der Premiere des Siegerkonzeptes zur Oper „La Traviata“ des Preisträgers Andrea Bernard in Busseto beim Verdi-Festival. Ein Erlebnis, an das er gerne zurück denkt.

Konzepte mit mutigem Zugriff

Auch Stefan Vogel, Operngeschäftsführer am Staatstheater Mainz hält den Wettbewerb für eine wichtige Initiative. Es gehe darum, den Anschluß der nachkommenden Generation an die Oper nicht zu verlieren. Als Juror des 10. EOP hat er mehr als 60 Konzepte gesichtet und zeigte sich sehr beeindruckt von dem Ideenreichtum der jungen Opernschaffenden. Zum Teil seien sehr mutige Zugriffe dabei, sagte er. Zehn Teams sollen ihre Konzepte bereits im März in Birmingham in einem Semifinale präsentieren, das in dieser Form erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs stattfindet.

opera:tasting in Wiesbaden und Mainz

Operngeschäftsführer Stefan Vogel (Staatstheater Mainz)

Die Oper den Menschen näher zu bringen, das ist das große Anliegen der Camerata Nuova. Mit dem Projekt opera:tasting sollen Jugendliche und junge Erwachsene an das Musiktheater herangeführt werden, durch gemeinsame Opernbesuche mit Einführungsvorträgen und einem Blick hinter die Kulissen. Es gehe auch darum, den Unterschied zu einem Film- oder Kinoerlebnis deutlich zu machen, sagte Armin Kretschmar. Denn Oper kann Realität nicht abbilden wie ein Film, trotzdem werden dort relevante Themen verhandelt.

Komponist Stephan Peiffer(Mitte)

Oper zur politischen Bildung: „Vom Ende der Unschuld“

Das beste Beispiel dafür ist das Werk „Vom Ende der Unschuld“ des hessischen Komponisten Stephan Peiffer über den Widerstandkämpfer Dietrich Bonhoeffer. Es handelt von Zivilcourage und Widerstand. Im Auftrag der Camerata Nuova hat der Komponist eine Fassung für Kammerensemble erstellt, die am 30. und 31. Mai 2018 bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden im Kulturzentrum Schlachthof zur Aufführung kommt. Dieses Werk, von der Camerata Nuova initiiert, organisiert und finanziert, sei eine Oper zur politischen Bildung, sagte Armin Kretschmar.