Regelmäßig können wir in Feuilletons lesen, dass Zuschauer Opernaufführungen protestierend verlassen, dass Abonnements gekündigt werden, weil man nicht versteht, warum Alban Bergs Wozzeck in einem Hornbach-Baumarkt und Jules Massenets Werther in einem Waschsalon handelt. Isoldes Liebestod mit umgehangener Kalaschnikow, der Abschied von Mimi und Rudolf in Giacomo Puccinis La Bohème findet nicht vor dem Künstlerkaffee in Paris, sondern vor der Wurstbude unterm Autobahnkreuz statt. Ist die Opernregie das Ende oder die Zukunft des Musiktheaters?

Gibt es eigentlich Regeln für Opernregie oder macht ein jeder Regisseur das, was ihm gerade einfällt?

Es geht dabei um das moderne Regietheater, das Rezeptionsprobleme erzeugt, das die Camerata Nuova und die Opera Europa, mit dem Europäischen Opernregie-Preis – EOP eigentlich fördert. Wird da vielleicht ein Fehler gemacht? Es sollen doch mehr Menschen, insbesondere junge Menschen ins Theater geholt und nicht aus dem Theater vertrieben werden. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war zu lesen, dass die Tendenz der Besucherzahl „leicht rückläufig zu sein scheint, vermutlich dank eines wachsenden Überdrusses an den so dauerhaft pubertären Phantasien des sogenannten Regie-Theaters“ (FAZ vom 30. Dezember 2008, Das ist ein Flöten und Geigen!)

Die Kritik entzündet sich noch nicht einmal an der Avantgarde, der werden Experimente a priori zugestanden. Die Kritik entzündet sich am Vergehen an den klassischen Werken der Opernliteratur.

Wir bieten regelmäßig Regieseminare zu Aufführungen an. Wir suchen nach Erklärungen im Dialog mit Regisseuren und Dramaturgen und schauen bei der Inszenierung einer Oper dem Regisseur über die Schulter.